Japan 2018: Reisebericht Hiroshima und Osaka

Unsere "Außenreporterin" Katja war gerade drei Wochen in Japan unterwegs. Als Einstimmung auf das diesjährige Japan-Filmfest Hamburg berichtet sie in zwei Teilen darüber, was sie auf ihrer Reise erlebt und besonders bewegt hat...

Teil 2: Hiroshima und Osaka

Der nächste Stopp ist Hiroshima und hier wird es Zeit für einen nachdenklichen Teil auf meiner Reise: Um Viertel nach acht am 6. August 1945 blieb hier die Zeit stehen. „Fat Boy“ kostete tausenden von Menschen das Leben, insgesamt rund 140.000 Menschen starben bis zum Ende des Jahres an den Folgen der ersten Atombombe. Das Friedensdenkmal und der Friedenspark erinnern an das, was hier geschah. Und weil die Zeitzeugen, die sich Hibakusha nennen, langsam aussterben, werden Nachfolger ausgebildet, die die Geschichte weitertragen. Einer von ihnen darf ich zuhören und der Vortrag bewegt mich sehr. Ebenso wie die Briefe, die die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki Jahr für Jahr an Länder schreiben (müssen), die Atomtests durchführen. An Nordkorea wurden in letzter Zeit sehr viele Briefe geschrieben, aber auch an die USA.

Tokyo

Aber natürlich ist Hiroshima auch eine sehr lebendige Stadt und außerhalb des Friedensparks ist es laut und bunt, wie überall sonst in Japan. Nur die kleinen Stelen und Gedenktafeln, die man immer wieder im Stadtbild findet, erinnern an das, was hier geschah. Und mit nur wenig Aufwand kommt man von Hiroshima auf eine der kleinen Inseln in der Seto-Inlandssee und kann man für ein paar Stunden dem Trubel entfliehen und die Seele baumeln lassen.

Meine letzte Station ist Osaka. Osaka und Tokyo scheinen mir ein bisschen im Wettbewerb miteinander zu stehen und ich hatte gehört, dass Osaka rauer und wilder sein soll, als Tokyo. Finde ich auch. Die Menschen scheinen mir hier tatsächlich nicht ganz so verhalten und auf den Straßen in meinem Viertel sehe ich noch viel mehr verrückte Jugendliche in abgefahrenen Outfits als in Tokyo. In Namba steppt der Bär, ganz Japan scheint hier auf den Beinen zu sein und von einer Shopping Mall in die nächste zu fließen. Das liegt vielleicht auch an der bevorstehenden golden week.

Aber Osaka hat mit Horie oder Nakazakicho auch wirklich schöne und beschauliche Viertel, gerade in Nakazakicho scheint ein bisschen die Zeit stehengeblieben und man kann in alten Teehäusern stilvoll Tee oder Kaffee trinken. Aber am fantastischsten ist es, abends auf die Aussichtsplattform des Hochhauses Abeno Harukas zu fahren.

Von 300 Metern Höhe aus hat man einen fantastischen Rundblick auf die Lichter von Osaka. Das macht den Abschied nicht leichter.